Niemand weiß, welche Reports gebraucht werden
Die Liste aus dem ECC hat 600 Einträge. Die Nutzungsstatistik erzählt eine völlig andere Geschichte.
Prozessebene
Insights an der Stelle, an der entschieden wird. Die Kennzahl gehört dorthin, wo gehandelt wird – in die Anwendung, nicht in ein Dashboard, das man erst öffnen muss. Embedded Analytics wertet Live-Daten direkt aus S/4HANA aus, ohne Umweg über ein Data Warehouse.
Jedes S/4HANA-Projekt braucht einen eigenen Reporting-Stream. Und zwar jedes.
Reporting ist der Bereich, der in Migrationsprojekten am zuverlässigsten unterschätzt wird. Prozesse werden sauber neu gedacht – und die Berichte sollen „irgendwie mitkommen“. Das Ergebnis sind Custom-Reports, die man in S/4HANA nie hätte bauen müssen, und ein Fachbereich, der nach Go-live nichts wiederfindet.
Herausforderungen
Die Liste aus dem ECC hat 600 Einträge. Die Nutzungsstatistik erzählt eine völlig andere Geschichte.
Vieles davon deckt der SAP-Standard heute mit einer Fiori App ab – nur schaut niemand nach.
Für jede neue Sicht ein Ticket. Bei 40 Fachbereichen skaliert das nicht.
Weil der Weg dahin kürzer ist als der zum offiziellen Bericht. Das ist kein Disziplinproblem, sondern ein Designproblem.
Fokusthemen
Die Trennung lohnt sich: Die zweite Gruppe ist größer, hat bereits ein Budget – und wird selten adressiert.
Der Reporting-Stream im laufenden Transformationsprojekt: von der Report-Inventur über den Standard-Fit bis zur Realisierung – parallel zu den Prozess-Streams, damit Kennzahlen und Prozesse zusammen entstehen und nicht nacheinander.
Wer Reporting ans Ende schiebt, baut zweimal.
Typischer Auslöser: Konzeptionsphase, WRICEF-Aufnahme, Cutover-Planung.
Sie sind live – und das Reporting ist der Teil, mit dem niemand zufrieden ist. Nutzer finden ihre Zahlen nicht, Custom-Reports wurden 1:1 aus dem ECC mitgenommen, die Performance ist schlecht, Excel hat wieder übernommen.
Ist-Zustand aufnehmen, die tatsächliche Nutzung messen und entlang der Prozesse aufräumen: Standard nutzen, wo er inzwischen trägt, CDS Views konsolidieren, Custom Code reduzieren, Key User befähigen.
Typischer Auslöser: erster Jahresabschluss nach Go-live, Performance-Beschwerden, anstehendes Upgrade.
Leistungen
Bestehende Reports aufnehmen und den Standard-Fiori-Apps sowie dem virtuellen Datenmodell gegenüberstellen. Für jeden Report eine Entscheidung: Standard nutzen, anpassen, neu bauen – oder streichen.
Das Ergebnis ist eine belastbare Grundlage für die Schätzung in Konzeption und Realisierung.
Wo der Standard nicht reicht, entstehen CDS Views entlang des SAP-Datenmodells – clean-core-konform, upgrade-sicher und wiederverwendbar statt als Einzelanfertigung.
Overview Pages, Analytical List Pages und KPI-Kacheln direkt im Arbeitsplatz des Nutzers. Vom auffälligen Wert per Klick in die auslösende Belegposition – ohne Systemwechsel.
Weil der Controller Excel nicht aufgeben wird – und auch nicht muss. AfO auf denselben CDS Views: gleiche Zahl, gleiche Definition, vertraute Oberfläche.
Dort, wo operatives Reporting an strategische Auswertungen andocken soll. Ein Datenmodell, zwei Nutzungsarten.
Ein S/4HANA-System – public, private oder on premise – und einen Fiori-Ansatz. Mehr nicht. Deshalb kommt Embedded Analytics in praktisch jedem S/4HANA-Vorhaben zum Tragen.
Die meistgestellte Frage
Die Antwort lautet meistens: beides – für Unterschiedliches.
| Embedded Analytics | Business Data Cloud | |
|---|---|---|
| Frage | Was passiert gerade? | Wie entwickelt sich das Geschäft? |
| Datenbasis | Live aus S/4HANA | Konsolidiert über alle Quellen |
| Zeithorizont | Echtzeit, operativ | Historie, Trend, Planung |
| Nutzer | Sachbearbeitung, operative Führung | Controlling, Management, Fachbereichsanalyse |
| Typische Frage | „Welche Aufträge hängen heute?“ | „Wie war die Marge über drei Jahre je Region?“ |
| Nicht-SAP-Daten | Nein | Ja |
| Planung | Nein | Ja, über SAC Planning |
Wer nur Embedded Analytics baut, stößt beim ersten Konzernbericht an die Grenze. Wer nur die Business Data Cloud baut, lässt die operative Steuerung ungenutzt. Beide Ebenen gehören zusammen entworfen – darum geht es auf der Ebene darüber.
Vorgehen
Was existiert, was wird genutzt, was kostet Pflege? Zahlen statt Bauchgefühl.
Gegenüberstellung mit Standard-Fioris und dem virtuellen Datenmodell.
Entscheidung je Objekt – daraus entsteht die Aufwandsschätzung für Typ R.
CDS Views, Fiori Apps und AfO-Workbooks im Projekttakt.
Key User befähigen, eigene Sichten zu bauen – statt Tickets zu schreiben.
Häufige Fragen
Für operative Auswertungen auf S/4HANA-Daten ja. Für Konzernkonsolidierung, Historie über Systemgrenzen hinweg und Planung nicht.
Ja. Dort arbeiten Sie mit Standard-CDS-Views und Erweiterungen im Rahmen des Clean-Core-Ansatzes – das ist eine Einschränkung des Wie, nicht des Ob.
Sie werden bewertet. Ein erheblicher Teil hat im Standard bereits ein Gegenstück, ein weiterer Teil wird schlicht nicht mehr genutzt.
Nein. Embedded Analytics läuft eigenständig. SAC kommt dazu, wenn Visualisierung, Planung oder Quellenübergreifendes gefragt sind.
Meine Erfahrung: deutlich weniger, als die Liste aus dem Altsystem vermuten lässt. Über Reporting-Streams in Migrationsprojekten tausche ich mich gerne aus.
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